Kommentar zur Bürgerversammlung

Liebe Mitstreiter in der IG-Dieburg-Nord

Am Mittwoch den 21.11.2012 fand auf Initiative der IG-Dieburg-Nord eine Bürgerversammlung zum Thema Asyl in Dieburg statt. Das Interesse an diesem Thema ist groß und fand durch einen von den betroffenen vollbesetzten Sitzungssaal seine Bestätigung.
Vermisst habe ich persönlich die Vertreter der politischen Parteien in Dieburg, als auch z.B. Vertreter der Stadtverordneten oder des Magistrat. Schade!.
In der Folge meine persönlichen Einschätzungen, Empfindungen und Wahrnehmungen, die sicherlich nicht jeder mit mir teilen wird, aber mir ist wohler, wenn ich die Dinge anspreche, die mir nicht gefallen haben; bestimmt empfinden dies auch andere IG'ler so.
Denn, wer seine Rechte nicht wahrnimmt darf sich nicht wundern, wenn er sie verliert; oder unterm Strich den kürzeren zieht.
Wir haben zwar nicht den kürzeren gezogen, im Gegenteil, wir haben einen kleinen, aber wichtigen Schritt weiter nach vorne gemacht. Aber, persönlich konnte ich am Mittwochabend wieder mal meine Erfahrung festigen, dass Recht haben und Recht bekommen vielfach eine Frage der Macht oder der Argumentation ist.
Oder, für diesen Abend zusammengefasst - das Frau Lück und die zur Verstärkung beorderten Institutionen und Personen - sich als "die Asylexperten"  schlechthin sehen.
Aber sorry, für mich gibt es keine Experten, es gibt immer nur einen unterschiedlichen Grad an Ignoranz - zur jeweiligen Sache. Ignoranz war, trotz einiger Lichtblicke, m. E. in vielen Dingen prägend für diesen Abend.
So wurde die Wortmeldung von Frau Chebbi, die sich als Subunternehmerin eines neuen Hausmeisterservices vorstellte, nach anfänglicher Skepsis meinerseits, in ihrem weiteren Vortrag eine doch hoffnungserweckende Darstellung. Wenn dann aber gleich, durch eine Sozialpädagogin und Kollegin der Sozialpädagogin Frau Jünger, Bedenken hinsichtlich des qualitativen Engagement von Frau Chebbi angemeldet werden, fehlt mir dafür jedwedes Verständnis.
Der Artikel im Dieburger Anzeiger vom 24. November liest sich unter der Headline " Betreuung vor Ort " so, als ob Frau Lück für die Lösung und den Hausmeisterservice Chebbi der Initiator war. Es sei die Frage erlaubt auf welcher Veranstaltung die Redakteurin Frau Hombach diese Information erhalten hat?
Wenn ich Frau Jünger richtig verstanden habe, betreut sie derzeit alle 6 Kommunen im "Altkreis" Dieburg, die z. Zt. Asylbewerber beherbergen. Da muss sich die Sozialdezernentin Frau Lück fragen lassen warum sie gegen eine derartige Unterbesetzung nichts unternimmt; aber hinnimmt, dass Bürger die sich ehrenamtlich sozial engagieren oder engagieren wollen gewarnt werden vor ihrem Engagement "ohne sozialpädagogisches Studium od. Kenntnisse".
Es war sicherlich geschickt und gut, das Herr Bürgermeister Thomas sich um Herrn Pfarrer Vogl als Moderator bemüht hat, dem es zu verdanken ist, dass der Abend weitestgehend sachlich und emotionslos verlaufen ist. Der Abend begann schon mit dem Start der Präsentation von Frau Lück negativ, da einige Zahlen und Aussagen nicht  so interpretiert und wiedergegeben wurden, als es in politischen Gremien und auch den Aussprachen über die Asylsituation und die Unterbringung im Landkreis, mit den Bürgermeistern der Kommunen, tatsächlich gelaufen ist.
Die Beantwortung unserer zweigeteilten 1. Forderung, im 2. Teil einfach zu ignorieren grenzt schon an eine Unverschämtheit.
Unsere Forderung nach Bekanntgabe der Zu- od. Abgänge an Personen im Asylbewerberheim N37 mit der Aussage "Einwohnermeldeamt" zu beantworten empfand ich persönlich schon als reine Veräppelung.
Es wurden insgesamt nur wenige Forderungen / Fragen verbindlich beantwortet.
Von Frau Lück wurde gezielt blockiert und auch ein " Maulkorb " an Herrn Koch verteilt, als Frau Lück die Aussagen von Herrn Koch, zum Thema Mietvertrag und Vorhaben, zu "offen" waren.
Nein liebe Mitstreiter, wir sollten uns keinen Sand in die Augen streuen lassen. Unsere Politiker, auch im Landkreis haben auch dann den Willen der Bürger zu beachten und fair zu prüfen, wenn sie in die Position auf grund ihrer politischen Orientierung "berufen" wurden. Der berufen hat, der Landrat, wurde von den Bürgern gewählt!! und steht nach Ablauf der Amtsperiode wieder zur Wahl.
Offensichtlich ist Frau Lück überzeugt "die Bürger seinen so dumm" als das man sie mit Hinhaltetaktik, mit leeren Versprechungen, mit Geschwafel um soziale Gerechtigkeit, die noch nie ein Politiker sinnvoll definiert hat, glauben machen könnte es läuft für die IG-Dieburg-Nord alles nach Wunsch.

Wir dürfen jetzt nicht nachlassen und müssen unsere Forderungen sowohl gegenüber dem Kreis als auch gegenüber der Stadt Dieburg neu formulieren und auflisten.
Dies sollten wir noch bis Mitte Dezember in den Arbeitsgruppen Integration und Infrastruktur zu Papier bringen und unsern Politikern in Stadt und Landkreis, als Hausaufgaben, über Weihnachten und den Jahreswechsel mit in die vom Tagesgeschäft freie Zeit geben.

Ich freue mich auf eure Kommentare,
mit freundlichen Grüßen


Lothar Mohr

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Kommentare: 5
  • #1

    Michael Japp (Freitag, 07 Dezember 2012 21:21)

    Frei nach Westernhagen

    "Keine Ahnung, keine Meinung, kein Konzept"


    so wurde am 21.11.2012 präsentiert und verkauft.


    Fundierte Ansätze - Fehlanzeige.


    Ich sehe das wie folgt:
    Es werden zu keiner Zeit in der Zukunft weniger Asylbewerber im Nordring 37, weil kein Interesse daran besteht(nie bestanden hat), alternative Standorte zu finden. Für jeden, der abwandert, rückt einer nach...und das sicher sehr lange.
    Es kann daher konsequenter Weise auch nicht gesagt werden, was die Mietunterbringung letzten Endes kostet, weil sich bei einer Laufzeit von deutlich mehr als 5 Jahren, wovon auszugehen ist, die Kostensituation im Vergleich zum geplanten Pacht/Bau - Konzept logischerweise ungünstiger darstellt. DAS kann man aber schlecht OFFEN kommunizieren, weil sonst der Wind wieder von übergeordneten Stellen zu wehen beginnt, was die "Entscheider " natürlich nicht wollen. NEIN, sie stellen sich jetzt mit Hilfe der katholischen Kirche als kaufmännisch versierte Gutmenschen dar, die alles Mögliche getan haben, um die Unterbringung der Asylbewerber sicher zu stellen.
    Ohne das Engagement der IG Dieburg Nord wäre das Desaster noch grösser geworden, weil man dann die Asylbewerber an den Ortsrand verbannt hätte (aus den Augen aus dem Sinn).
    Den anfänglich durch die Presse gegangenen Aussagen, dass wir in Dieburg Nord etwas gegen Ausländer haben, dürfte mit der, nun doch sehr viel zentraleren Unterbringung in unserem Stadtteil, jegliche Grundlage entzogen sein.
    Den Mietvertag nicht zeigen zu wollen ist legitim, aber suspekt. Nicht wissen zu wollen, was exakt darin steht, ist in meinen Augen ein Armutszeugnis.
    Das solche Fragen aufkommen, musste allen Beteiligten klar sein.
    Freiwillig-offenen Umgang mit der Problematik und verbindliche Aussagen habe ich ohnehin von Anfang an vermisst.
    Und da, wo die Verantwortung mit Ankunft und Unterbringung der ersten Asylbewerber richtig beginnt, steht man da, wie der viel zitierte Ochse vorm Berg.
    Sicher auch, weil durch die jetzt genutze Unterkunft die Planungsphase sehr viel kürzer ist, als sie es bei einem Neubau gewesen wäre, aber die Problematik an sich ist NICHT grundsätzlich neu in unserem Land und Kommunen, die sich dieser Problematik bereits stellen mussten sind sicher bereit, Ihre Konzepte und Erfahrungen zu teilen.
    Die flammende Rede von Pfarrer Vogl
    "JEDER ist aufgefordert, mit zu helfen...."
    wie ist die zu werten, wenn unmittelbar rechts und links von ihm den "Entscheidern" ins Gesicht geschrieben steht "Um Gottes Willen, der meint ja auch mich".
    Einerseits wird zu Recht Ehrenamt gefordert, andererseits wettert eine Dipl.-Sozialpädagogin gegen den mehr als löblichen Einsatz der neuen Hausmeisterin, während die Verantwortliche "Fachkraft" gerade mal 2 halbe Tage vor Ort sein kann oder will und die "Köpfe" so tun, als ginge sie das alles nichts an.
    Ist ein Mensch mit gesundem Verstand denn nicht in der Lage, den Asylbewerbern bei Problemen zu helfen? Muss man den Gang zum Amt oder das Lösen alltäglicher Probleme im Studiengang "Sozialpädagogik" erst erlernen?
    Da maßt sich eine Dame nur auf Grund Ihres Studienganges an, Erwachsenen und Lebenserfahrenen den menschlichen und hilfsbereiten Umgang mit Asylbewerbern quasi zu untersagen.
    Leben ist Erleben und der menschliche Umgang miteinander eine Erfahrung daraus und keine studierte Theorie.
    Ich bin sicher, dass der tatkräftige Einsatz der Hausmeisterin mehr bringt, als die wachsweichen Aussagen dieser "qualifizierten", weil studierten Betreuerin.
    NEIN - das darf SO nicht akzeptiert werden.
    Normalerweise müsste jetzt mit exaktem Bezug auf die Aussage dieser Dame (Name verdrängt) jegliche aktive Integrationshilfe Unkundiger eingestellt werden, aber das kann es definitiv auch nicht sein.

    Man sollte im AK Asyl deutlich und schriftlich manifestieren, was an ehrenamtlichem Engagement "akzeptiert" werden kann, ohne den Asylbewerbern aus sozialpädagogischer Sicht zu "schaden".

    Das alles sollte die IG Dieburg Nord zum Anlass nehmen, die nicht oder nur unzureichend geklärten Punkte so lange aufzugreifen, bis ein eindeutiges und für alle Beteiligten akzeptables Statement der Politik vorliegt.

  • #2

    Sabine Schnurr (Freitag, 07 Dezember 2012 21:22)

    Lieber Michael,

    es gibt sicher viel zu der Veranstaltung am Mittwoch im Rathaus zu sagen, in manchen Punkten stimmte ich dir zu, in anderen nicht. Und ich finde das auch gut so, denn nur durch den sachlichen Streit kommen wir weiter.

    „Keine Ahnung, keine Meinung, kein Konzept“ – das glaube ich nicht. Ich denke vielmehr, die Sache hat Strategie. Welche erschließt sich mir nicht, gut - Rechnen ist vielleicht auch nicht jederfraus Sache, ebenso mag Ernsthaftigkeit und Verbindlichkeit der Karriere im Wege stehen. Aber die Vermutungen liegen doch nah, dass durch den Neubau jemand verdient hätte und dass es Asylbewerbern auch nicht zu schön und bequem gemacht werden soll. Schließlich sind sie trotz aller Lippenbekenntnisse (bedauerlicherweise) nicht wirklich erwünscht. Vielleicht haben das rasche Einlenken des Landkreises und der Verzicht auf den Neubau einen ganz anderen Hintergrund? Vielleicht dient es der Ablenkung und anderen Machenschaften sind im Gange?

    Wer weiß. Vertrauensbildete Maßnahmen sehen jedenfalls anders aus. Da stimmte ich dir zu. Da hätte ein wenig mehr passieren können, als mit PowerPoint Häkchen zu setzen. Die Offenlegung des Mietvertrages wäre ein Schritt gewesen. Ein anderer verbindlich sich zu verpflichten, einmal im Monat vor Ort zu sein und und und. Aber so ist nichts verbindlich geregelt. Es wird Deutschkurse geben. Gut, aber durch wen und wann in welchem Umfang…

    Nicht zustimmen kann ich dir in deiner Bewertung der Hausmeisterin. Ihr Einsatz kann löblich sein – das ist ehrenwert und steht außer Frage. Aber sie hat sich instrumentalisieren lassen. Das steht für mich auch außer Frage. Sie ist ja nicht vom Landkreis angestellt; im Prinzip hat sie mit dem Landkreis nicht zu tun. Der Landkreis hat einfach „Glück“, dass der Vermieter, aus welchen Gründen auch immer, nun endlich einen Hausmeister beauftragt hat. Aber mit der Betreuung der Asylbewerber hat sie nichts zu tun, das kann sie nicht und dafür wird sie nicht bezahlt.
    Dass sie das nicht kann, finde ich schon einen wichtigen Punkt. Das ist ähnlich, wie wenn der Landkreis für die Hausaufgabenbetreuung „Mütter“ beschäftigt. Die können das natürlich (aber nur weil Frauen eben alles können), aber sie können es halt auch wieder nicht, weil sie keine Ausbildung haben. Ich kann auch meine Oma pflegen, aber ich habe keine Ausbildung.
    Im Ernst: Natürlich können Ehrenamtliche viel tun, das ist gut und gesellschaftlich wichtig. Aber Ehrenamt muss ein Zusatz bleiben, darf nicht den Normalfall abdecken. Und die gesellschaftlichen Institutionen dürfen auch die Ehrenamtlichen nicht alleine lassen, sonst verzweifeln sie, geben auf und brennen aus. Und den so Betreuten muss auch nicht unbedingt Gutes getan werden. Wenn ich mich im Ausländerecht nicht auskenne, lasse ich besser die Finger von Beratung.
    Mindestanforderung sollte demnach sein, dass die Ehrenamtlichen ausgebildet und begleitet werden. Es muss ein Konzept geben, wo sie einsetzbar sind und wo eben nicht. Das ist die Mindestanforderung an den Landkreis, wenn er schon selbst nichts mehr tun will.
    Noch ein Wort zur Bezahlung der Hausmeisterin. Es passt gut in den Zahn der Zeit. Der Landkreis baut gerade die Anstellungsverhältnisse für Putzfrauen an den Schulen ab und schließt Dienstleistungsverträge mit irgendwelchen Firmen. In unserem Fall lässt er dies ja die Hausverwaltung tun, aber in der Konsequenz läuft es auf dasselbe hinaus. Ob die gute Frau den Mindestlohn nach Abzug von Sozialabgaben, Steuern, Urlaub und Krankheit hat? Bei 24 Stunden Rufbereitschaft? Ob das dem Arbeitsrecht einspricht? Der SPD geführte Landkreis verkommt zum Totengräber der SPD. Traurig.

    Ein letztes noch zu der flammenden Rede von Pfarrer Vogl: "JEDER ist aufgefordert, mit zu helfen...." Der Pfarrer ist Verwalter des Dieburgs Klosters. Mal sehen, wie er das Kloster einbringen wird. Da bin ich sehr gespannt.

    Grüße

  • #3

    David (Samstag, 07 Juni 2014 13:25)

    Muss zugeben, ich bin viel im Internet unterwegs und kenne viele Webseiten die ich sonst so besuche, aber eure Seite kannte ich noch nicht! Grüße und alles Gute :-)

  • #4

    Ethelyn Mcferren (Sonntag, 05 Februar 2017 09:59)


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  • #5

    Treena Barrio (Sonntag, 05 Februar 2017 20:45)


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